Ersatzbeschaffung für verspätet eintreffendes Fluggepäck muss angemessen sein.

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Fluggesellschaften müssen die Kosten für Ersatzkäufe, die ein Passagier im Rahmen einer unpünktlichen Gepäckzustellung vornimmt, nur begrenzt erstatten.

 

WKR-Erklärung: Das Gepäck eines Flugpassagiers hatte bei dessen Ankunft den Zielort auf Malta nicht erreicht. Die Fluggesellschaft teilte ihm mit, dass es erst am Folgetag einträfe. Daraufhin erwarb der Mann Kleidung und Kosmetika im Wert vom 1.286 Euro, die er dann der Fluggesellschaft in Rechnung stellte Die hohe Summe begründete er damit, dass er ausschließlich eine luxuriöse Garderobe trage und zudem am Folgetag einen wichtigen Geschäftstermin gehabt hätte. Zur Beschaffung der Kosmetika erklärte er, dass er aufgrund einer Allergie, die vom Hotel zur Verfügung gestellten Kosmetikprodukte, nicht hätte verwenden können.

Die Fluggesellschaft wollte jedoch nur 300 Euro erstatten.

Der Mann klagte auf Vollerstattung. Das Amtsgericht Frankfurt entschied folgendermaßen: Mit 300 Euro sind die erforderlichen Kosten einer wirtschaftlichen Ersatzbeschaffung voll getragen. Dabei verwies das Gericht darauf, dass dem Mann bekannt war, dass das Gepäck bereits am nächsten Tag eintreffen würde und somit lediglich Ersatz für eine Übernachtung erforderlich gewesen sei. Das Argument des Mannes, er würde ausschließlich Luxusprodukte verwenden, ließen die Amtsrichter nicht gelten und werten diese Vorliebe als persönliches Vergnügen. (AG Frankfurt / 30 C 570/17 (68) vom 01.06.2017)

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