Mietrecht – häufige Konflikte zwischen Mietern und Vermietern

 

Fast 100 Vorschriften zum Mietrecht enthält das BGB, und deutsche Gerichte beschäftigen sich jährlich mit mehreren Tausend Fällen aus diesem Rechtsgebiet. Gestritten wird um Schönheitsreparaturen und Kündigungsfristen, um Mieterhöhungsklauseln, unerlaubte Untervermietung oder Mängel an der Mietsache. Auch Nebenkostenabrechnungen beschäftigen regelmäßig die Justiz.

Wer von Anfang an für Klarheit sorgen möchte, zieht am besten schon vor dem Vertragsabschluss einen Fachanwalt für Mietrecht hinzu. Mit einer gut durchdachten Vertragsgestaltung kommt es für beide Parteien später nicht zu bösen Überraschungen. Unsere erfahrenen Rechtsanwälte für Mietrecht von der WKR können Ihnen vom Einzug bis zum Auszug fachkundig zur Seite stehen.

 

Gewerbe- und Wohnraummiete

Der Gesetzgeber unterscheidet grundlegend zwischen Mietverhältnissen über Wohnungen und Gewerberäume. Denn wenn Räume zu Wohnzwecken vermietet werden, steht der Mieterschutz im Vordergrund. Dagegen wird bei Gewerbemietverträgen davon ausgegangen, dass zwischen den Parteien ein ausgewogenes Kräfteverhältnis herrscht.

Deutliche Unterschiede werden bei den Voraussetzungen einer Kündigung sichtbar: Der Vermieter von Gewerberäumen braucht weder einen Kündigungsgrund noch muss er die Kündigung schriftlich erklären. Eine Eigenbedarfskündigung kommt im Gewerbemietrecht nicht in Betracht, auch besteht kein Eintrittsrecht für Angehörige in das Mietverhältnis.

Der Mietvertrag im Gewerbemietrecht eröffnet einen weiten Gestaltungsspielraum, so können zum Beispiel Vertragsstrafen für Zahlungsverzug oder bestimmte Gründe für eine fristlose Kündigung vereinbart werden. Während die Maklerprovision sich im Wohnraummietrecht an Höchstgrenzen orientieren muss, ist sie bei Gewerberäumen frei verhandelbar.

Besondere Schwierigkeiten ergeben sich bei Mischmietverhältnissen, wenn also gewerblich genutzte Räume gleichzeitig zu Wohnzwecken dienen. Wohnt etwa ein Steuerberater oder Anwalt in einer seinem Büro angegliederten Wohnung, hängt die Anwendbarkeit der mietrechtlichen Vorschriften davon ab, welcher Anteil der Nutzung überwiegt. In diesen Konstellationen kann ein Anwalt für Mietrecht mit geschickter Argumentation das Ergebnis entscheidend beeinflussen.

 

Kündigung im Wohnungsmietrecht

Unbefristete Mietverträge können Wohnungsmieter ohne Angaben von Gründen ordentlich kündigen, Vermieter brauchen hingegen einen gesetzlich anerkannten Kündigungsgrund. Als Gründe kommen Eigenbedarf und schwerwiegende Verletzungen von Vertragspflichten durch den Mieter infrage. Weiterhin darf ein Vermieter kündigen, wenn er anderenfalls an der wirtschaftlichen Verwertung der Immobilie gehindert wäre.

Mieter können unabhängig von der Dauer des Mietverhältnisses innerhalb einer Dreimonatsfrist kündigen, genauer: bis zum dritten Werktag zum Ende des übernächsten Monats, für Vermieter gelten gestaffelte Fristen nach der Mietdauer. Nach § 573c I BGB gilt für Mietverhältnisse, die über fünf Jahre bestanden haben, eine Frist von sechs Monaten, bei mehr als achtjähriger Mietdauer von neun Monaten.

Damit die Kündigungsfrist gewahrt wird, muss die schriftliche Kündigung dem anderen Vertragspartner zugehen. Eine sichere Methode für einen nachweisbaren Zugang ist der persönliche Einwurf des Schreibens in den Briefkasten des Empfängers unter Zeugen. Denn beim Einschreiben mit Rückschein tritt der Zugang nicht schon bei Einwurf des Benachrichtigungszettels ein, sondern erst dann, wenn der Empfänger das Schreiben bei der Post abholt.

In Sonderfällen ist auf beiden Seiten eine außerordentliche Kündigung möglich, nämlich wenn ein Vertragspartner seine Pflichten in erheblichem Maße verletzt. Ein Kündigungsrecht für Vermieter besteht, wenn der Mieter mit mindestens zwei Monatsmieten in Zahlungsverzug ist. Mieter können zum Beispiel fristlos kündigen, wenn sich die Wohnung in einem unbewohnbaren Zustand befindet und sie selbst an diesem Zustand keine Schuld oder Mitschuld tragen.

Das heutige Mietrecht ist ein weitläufiges Rechtsgebiet mit einer Fülle von Einzelentscheidungen und ständigen Neuerungen. Nur Rechtsanwälte, die sich kontinuierlich auf dem Laufenden halten, können fundierte Ratschläge zu allen Problemstellungen erteilen. Wenn Sie mietrechtliche Fragen haben, ob als Mieter oder Vermieter, lassen Sie sich so früh wie möglich von einem Anwalt für Mietrecht beraten.

 

Nach oben

Unsere meistgelesenen Artikel

Fristlose Kündigung bei Bedrohung der Nachbarn ist rechtens

Einem Mieter, der im Rahmen seiner innerpartnerschaftlichen Auseinandersetzungen auch Nachbarn massiv beleidigt.

Coronavirus Mietrecht

Aufgrund der Corona-Krise kommt es überall plötzlich zu massiven Einbrüchen der Einnahmen: Wenn Mieter ihre Miete länger als zwei Monate

Mietminderung wegen Lärmbelästigung durch Kinder

Kinderlärm aus einer benachbarten Wohnung muss nicht in jeglicher Form hingenommen werden. Mehr, mehr, mehr, mehr

Bekannt aus

Bekannt aus Sat 1
Bekannt aus der Bild
Bekannt aus dem MDR
MZ Logo
LVZ Logo