Zivilrecht: Wann wird ein spezialisierter Anwalt gebraucht?

 

Das Zivilrecht bildet das umfangreichste von drei Hauptfächern im Jurastudium und den Schwerpunkt in der anwaltlichen Praxis. Fast jeder Bürger wird früher oder später im Leben mindestens einmal in eine zivilrechtliche Streitigkeit verwickelt, ob im privaten Bereich, im Straßenverkehr oder im Arbeitsleben.

Auf dem fast unüberschaubaren Rechtsgebiet gibt es verschiedene Fachanwaltschaften, zum Beispiel für Arbeitsrecht, Familienrecht, Erbrecht oder Bau- und Architektenrecht. Damit Sie zu Ihrem Recht kommen, sollten Sie vor der Beauftragung eines Anwalts überlegen, in welches Teilgebiet ihr Anliegen fällt, und sich direkt an den richtigen Anwalt für Zivilrecht wenden.

 

Was ist Zivilrecht?

Das Zivilrecht, streng genommen ein Teilbereich des Privatrechts, regelt sämtliche Rechtsbeziehungen zwischen Bürgern. Dagegen befasst sich das Öffentliche Recht mit den rechtlichen Verhältnissen zwischen dem Staat und seinen Bürgern. Erhalten Sie zum Beispiel einen Abgabenbescheid oder wird Ihnen der Betrieb einer Gaststätte untersagt, handelt es sich öffentlich-rechtliche Angelegenheiten.

Ein Großteil der zivilrechtlichen Materie ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt, das sich in fünf Bücher unterteilt:

• Allgemeiner Teil,
• Schuldrecht,
• Sachenrecht,
• Familienrecht und
• Erbrecht.

Der Allgemeine Teil enthält Regeln zur Geschäftsfähigkeit und Vertretung, zum Abschluss von Verträgen sowie zur Verjährung. Das Schuldrecht befasst sich mit einzelnen Schuldverhältnissen wie Kauf-, Werk- oder Dienstverträgen. Eigentum und Besitzrechte an Sachen regelt das Sachenrecht. Während das Familienrecht die Ansprüche zwischen Verwandten sowie Ehe- und Lebenspartnern festlegt, geht es im Erbrecht um den Vermögensübergang beim Tod.

Diese im BGB abgehandelten Teilgebiete werden als Bürgerliches Recht bezeichnet. Darüber hinaus umfasst das Zivilrecht das sogenannte Sonderprivatrecht. Hierzu gehören das Arbeitsrecht, Handelsrecht, Wettbewerbsrecht, Urheberrecht und einige weitere Teilgebiete, über die sich Regelungen in verschiedenen Spezialgesetzen finden.

Während sich das materielle Zivilrecht mit dem Entstehen und Erlöschen von Ansprüchen beschäftigt, regelt das Zivilprozessrecht die Durchsetzung zivilrechtlicher Forderungen. Vor welchem Gericht Klage zu erheben ist, wie der Zivilprozess abläuft, welche Beweismittel zugelassen sind und wer den Beweis für welche Behauptung erbringen muss, all das ergibt sich aus der Zivilprozessordnung.

 

Im Zivilrecht kann ein Anwalt schon im Vorfeld helfen

Zwischen Käufern und Verkäufern, Mietern und Vermietern sowie Arbeitgebern und Arbeitnehmern kommt es besonders oft zu Auseinandersetzungen. Auch Nachbarschaftstreitigkeiten und Ehescheidungen gehören zum alltäglichen Anwaltsgeschäft. Zivilrechtliche Forderungen können sich aber nicht nur aus Vertragsverhältnissen ergeben, sondern auch aus deliktischen Handlungen. So entstehen Haftungsansprüche aus Verkehrsunfällen, unzulänglichen Steuerberatungen oder ärztlichen Behandlungsfehlern.

Häufig kann ein Anwalt für Zivilrecht Ihnen nicht erst helfen, wenn aus einem Vertrag bereits Forderungen geltend gemacht werden. Vielmehr beugt eine frühe anwaltliche Beteiligung schon bei der Vertragsgestaltung späteren Problemen vor. Ob Sie einen Mietvertrag, einen Kaufvertrag, einen Schenkungsvertrag oder einen Arbeitsvertrag abschließen möchten, ein erfahrener Anwalt erarbeitet für Sie rechtssichere Vertragswerke mit eindeutigen Formulierungen.

Wenn Sie Fragen zu zivilrechtlichen Problemstellungen haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an unsere Rechtsanwälte von der WKR. Erfahrene Experten für Familienrecht, Arbeitsrecht, Arzthaftungsrecht und Straßenverkehrsrecht beraten Sie sowohl telefonisch und online als auch persönlich an Niederlassungen in sechs deutschen Städten. Ihre erste Anfrage mit der Schilderung des Sachverhalts beantworten unsere Rechtsanwälte stets kostenlos.

 

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