Reiserecht in der Coronakrise

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Reiserecht in der Coronakrise – welche Ansprüche haben Urlauber?
Das Coronavirus hat sich weltweit rasant ausgebreitet und nach China und Europa auch den amerikanischen Kontinent, Afrika und Australien befallen. Nicht nur die europäischen Staaten haben ihre Grenzen geschlossen, auch beliebte Touristenziele in Übersee bleiben derzeit leer. In vielen Ländern herrschen Einreiseverbote und Ausgangssperren, und wer noch einreisen durfte, muss in Quarantäne bleiben. Was passiert nun mit bereits bezahlten Reisen und Flugtickets? Alle, die schon ihren Sommerurlaub gebucht haben, können sich in unseren Rechtsnews Corona über ihre Ansprüche informieren.

Wie ist die Rechtslage bei Pauschalreisen?
Das Auswärtige Amt warnt momentan vor allen Reisen ins Ausland, und die deutschen Gerichte lassen in großer Mehrheit eine Reisewarnung als Rücktrittsgrund gelten. Deshalb können Pauschalreisende ihren Urlaub wegen eines „außergewöhnlichen Umstands“ kostenlos stornieren. Als Pauschalreisen gelten Kombipakete aus mindestens zwei Hauptreiseleistungen, also Unterkunft und Beförderung. Außerdem gehören dazu Kreuzfahrten und Tagesausflüge, die mehr als 500 Euro kosten. Der Hinderungsgrund muss allerdings im Zeitpunkt des Reiseantritts noch vorliegen und kann in der aktuellen Coronakrise nicht für die Zukunft vorhergesagt werden. Wer eine Reise lange im Voraus gebucht hat, sollte sich daher gedulden. Bei einer eigenmächtigen Stornierung könnten hohe Stornokosten anfallen, sofern die Reise doch noch möglich wird.

Rechtsnews Corona zu Individualreisen
Bei Individualreisen, also einzelnen Buchungen von Hotel und Flug, bestehen noch viele Unklarheiten. Wenn eine Fluggesellschaft von sich aus einen Flug storniert, kann der Reisende unstreitig den Preis zurückverlangen. Möchte dagegen ein Urlauber seinen Flug nicht antreten, weil er zum Beispiel im Zielland in Quarantäne müsste, lohnt sich eine Nachfrage bei der Fluggesellschaft. Die meisten Airlines bieten aus Kulanz Umbuchungen oder Stornierungen gratis an, gerichtliche Entscheidungen stehen jedoch noch aus.
Hinsichtlich der im Urlaubsland gebuchten Unterkunft gilt jeweils das Recht des Gastlandes. Hier ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein Rücktrittsrecht besteht oder der Anbieter sich kulant zeigt. In Deutschland können Gästezimmer, die für eine Urlaubsreise gebucht wurden, kostenlos storniert werden, da die Beherbergung von Gästen zu „touristischen Zwecken“ flächendeckend untersagt wurde. Das Rücktrittsrecht steht aber nur Privatreisenden zu. Ob Firmen ein Recht haben, die für Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter gebuchten Hotelzimmer zu kündigen, zum Beispiel unter mietrechtlichen Gesichtspunkten, ist derzeit umstritten.

Gutschein oder Reisepreiserstattung?
Viele Reiseveranstalter möchten ihre Kunden dazu bewegen, die verschobene Reise wieder bei ihnen zu buchen, und bieten einen Reisegutschein anstelle der Rückzahlung an. Reisende, die ein Recht zur kostenlosen Stornierung haben, müssen den Gutschein aber nicht akzeptieren, sondern können auf ihrem Recht auf Reisepreiserstattung bestehen. Gutscheine bergen das Risiko, dass der Veranstalter vor der Einlösung insolvent werden könnte. Wer dennoch die Reisebranche in der schweren Krise unterstützen möchte, darf den Gutschein selbstverständlich annehmen. Auch wenn das Rücktrittsrecht streitig ist und der Gutschein ein entgegenkommendes Angebot darstellt, kann sich diese Lösung empfehlen.

Wann zahlt die Reiserücktrittsversicherung?
Die Vertragsbedingungen der Reiserücktrittsversicherungen können die einzelnen Versicherer unterschiedlich gestalten. Viele Verträge schließen Epidemien und Pandemien als Rücktrittsgrund aus. Im Regelfall werden Versicherungsleistungen nur fällig, wenn der Reisende wegen einer unvorhersehbaren Erkrankung, eines Unfalls oder einer schwerwiegenden Verletzung die Reise nicht antreten kann. Wenn ein Urlauber vor der Abreise am Coronavirus erkrankt, muss demnach die Versicherung eintreten. Das Ansteckungsrisiko im Zielland reicht dagegen zumeist nicht aus. Wer sich schon im Ausland befindet und dort krank wird, kann seine Behandlungskosten von der Auslandsreisekrankenversicherung verlangen. Falls sich die Rückkehr verzögert und zusätzliche Unterbringungs- und Umbuchungskosten anfallen, steht hierfür wiederum die Reiserücktrittsversicherung ein.

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