Schadenersatzpflicht bei falscher Mietwagenbetankung

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Wer ein Kraftfahrzeug mietet, hat eine Nachforschungs- und Sorgfaltspflicht bezüglich der notwendigen Kraftstoffsorte.

Quelle: AnwaltOnline Verkehrsrecht >> Urteile >> Autovermietung >> Mietwagen falsch betankt – Schadensersatzpflicht

WKR-Erklärung: Der Mieter eines Fahrzeuges hat sich im Rahmen des Schuldverhältnisses so zu verhalten, dass das Eigentum des Vertragspartners nicht verletzt wird.

Eine Frau hatte bei einer gewerblichen Autovermietung einen Mercedes A-Klasse mit Benzinmotor gemietet. Im Verlauf der Mietzeit kam es zu einem Wechsel der Fahrzeuge.  Der Mercedes A-Klasse mit Benzinmotor wurde gegen einen Mercedes A-Klasse mit Diesel Motor getauscht. Bei der Betankung verfüllte die Frau irrtümlich Benzin in das Dieselfahrzeug. Das blieb in der Folge liegen. Der Schaden belief sich auf 1150,57 Euro. Die Autovermietung verlangte die Erstattung.

Die Frau weigerte sich zu zahlen. Im Rahmen des Fahrzeugtausches, so ihre Begründung, sei ihr vom Mitarbeiter der Autovermietung versichert worden, dass es sich beim Tauschwagen um ein zum Vorherigen vergleichbares Fahrzeug handle, welches genauso zu fahren und zu bedienen sei. Auf die unterschiedlichen Kraftstoffarten sei sie nicht hingewiesen worden. Den Dieselaufdruck auf dem Tankdeckel hätte sie aufgrund von Dunkelheit und Schneetreiben nicht erkannt.

Die Autovermietung klagte nunmehr gegen die Frau. Die Richter kamen zu dem Ergebnis, dass die Frau grob fahrlässig gehandelt hatte. Trotz deutlicher Hinweise – sowohl auf dem Tankdeckel als auch auf dem Tankverschluss – hätte sie Benzin statt Diesel getankt. Bei der Übernahme eines Mietfahrzeugs sei es die Pflicht des Mieters, sich mit dessen Handhabung vertraut zu machen und sich über die notwendigen Betriebsmittel zu informieren. Es sei selbstverständlich, sich vor dem Tankvorgang bei einem fremden, nur vorübergehend gemieteten Fahrzeug zu vergewissern, dass der richtige Kraftstoff getankt werde.

Die Beklagte hätte zudem nachdenklich machen müssen, dass sich ein Dieselfahrzeug im Regelfall grundsätzlich in der Fahrweise von einem Benzinfahrzeug unterscheidet. Diese Argumente ließen sich auch nicht damit ausräumen, dass sie aufgrund von Dunkelheit und Schneetreiben die Aufschrift auf dem Tankdeckel nicht sehen konnte. Die weiße Aufschrift auf dem Tankdeckel lässt sich auch bei Dunkelheit erkennen, zumal davon ausgegangen werden kann, dass eine Tankstelle bei Betrieb ausreichend beleuchtet ist, so die Urteilsbegründung. (AG München / Az: 113 C 27219/14)

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