Familienrecht

Sorgerecht

Das Sorgerecht besteht aus mehreren Teilbereichen, der Personensorge, der Vermögenssorge und der gesetzlichen Vertretung. Die Personensorge, zu der auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht gehört, umfasst die gesamte Erziehung, persönliche Betreuung und Pflege des Kindes. Die Vermögenssorge berechtigt und verpflichtet dazu, die finanziellen Interessen des Kindes in dessen Namen wahrzunehmen. Die gesetzliche Vertretung wird immer erforderlich, wenn rechtsgeschäftliche Erklärungen für das Kind abgegeben werden müssen, zum Beispiel die Einwilligung in einen ärztlichen Heileingriff. In den meisten Fällen treffen die Familiengerichte im Zuge einer Ehescheidung gleichzeitig eine Entscheidung über das Sorgerecht. Wenn aber die Eltern nicht verheiratet waren oder bei der Scheidung keine Regelung beantragt haben, kann auch in einem eigenständigen Verfahren darüber verhandelt werden. Unsere Rechtsanwälte von der WKR Rechtsanwaltsgesellschaft mbH können Sie mit Fachkompetenz und Erfahrung in allen Bereichen des Familienrechts beraten und vertreten.

Kostenlose Einschätzung

Sie haben Fragen zu rechtlichen Themen? Stellen Sie uns Ihre Anfrage. Sie erhalten innerhalb von 24 Stunden unsere Ersteinschätzung gratis.





* Pflichtfeld

Das gemeinsame Sorgerecht als Regelfall

Das Gesetz sieht das gemeinsame Sorgerecht als Regelfall vor. Unabhängig davon, bei wem das Kind nach einer Trennung lebt, sollen die Eltern sich verständigen, um immer die beste Entscheidung zum Wohl des Kindes zu treffen. Verheiratete Eltern werden bei der Geburt des Kindes kraft Gesetzes gemeinsam sorgeberechtigt, falls sie später heiraten, entsteht das gemeinsame Sorgerecht im Zeitpunkt der Eheschließung. Sofern die Eltern nach der Geburt eines Kindes unverheiratet bleiben, können sie das gemeinsame Sorgerecht bekommen, indem sie eine entsprechende Erklärung vor dem Notar oder dem Jugendamt abgeben. Falls ein Kindsvater das Sorgerecht mit ausüben möchte, die Mutter aber nicht einverstanden ist, kann er beim Familiengericht einen Antrag auf Übertragung der Mitsorge stellen. Meistens verläuft die gemeinsame Ausübung reibungslos, denn derjenige, bei dem sich das Kind in beiderseitigem Einvernehmen aufhält, muss in vielen Fällen keine Zustimmung des anderen Berechtigten einholen. So darf der Betreuende in allen Angelegenheiten des täglichen Lebens allein entscheiden, zum Beispiel über den Schulbesuch, die Taschengeldzuteilung, die Anmeldung zum Sport oder Nachhilfeunterricht oder den Umgang mit Verwandten und Freunden.

Wann ist das alleinige Sorgerecht angezeigt?

Nur in Ausnahmefällen, wenn die gemeinsame Sorge offensichtlich nicht dem Kindeswohl dient, überträgt das Familiengericht auf Antrag die elterliche Sorge auf einen Elternteil. Dies kann der Fall sein, wenn ein Sorgeberechtigter das Kind misshandelt, es vernachlässigt, sein Vermögen veruntreut oder seine Zustimmung zu lebensnotwendigen medizinischen Behandlungen verweigert. Auch wenn jemand sein Sorgerecht missbraucht, um das Kind zu rechtswidrigem Verhalten anzustiften, wie Diebstählen oder Fernbleiben vom Schulunterricht, ist er offenbar ungeeignet, die elterliche Sorge auszuüben. Wenn ein Sorgeberechtigter an einer Suchtkrankheit leidet oder ein Kind in einem gefährlichen, von Drogen und Gewalt geprägten Umfeld aufwachsen lässt, kann die Entziehung des Sorgerechts ebenfalls das letzte Mittel darstellen.
Falls Sie über einen Sorgerechtsantrag nachdenken oder der andere Elternteil ein Verfahren anstrengt, sollten Sie anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Da familienrechtliche Streitigkeiten stets mit starken Emotionen einhergehen, brauchen Sie als Betroffener einen sachlichen Expertenrat.