Wann kann man eine Scheidung beantragen?

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Im deutschen Scheidungsrecht gilt das Zerrüttungsprinzip: Eine Scheidung ist möglich, wenn die Ehe gescheitert ist. Ob die Trennungszeit kurz oder lang ausfällt, hängt davon ab, ob sich die Ehepartner einig sind.

Nach dem Gesetz ist die Zerrüttung einer Ehe zu vermuten, wenn die Ehepartner mindestens seit einem Jahr getrennt leben und beide die eheliche Gemeinschaft nicht wieder herstellen möchten. Wenn ein Partner aber nicht geschieden werden möchte, ist das Scheitern der Ehe spätestens nach drei Jahren anzunehmen.

Einvernehmliche Scheidung

In den meisten Fällen sind sich die Ehegatten einig, und einer von ihnen stellt den Scheidungsantrag einige Wochen vor Ablauf des Trennungsjahres. Wenn das Gericht einen Verhandlungstermin anberaumt, ist dann das Jahr bereits abgelaufen, und die Ehe kann sofort geschieden werden. Den Scheidungsantrag mehrere Monate im Voraus zu stellen, ist nicht zu empfehlen, da das Gericht den verfrühten Antrag ablehnen kann und dadurch Mehrkosten entstehen. Bei einem Vorlauf von etwa zehn Wochen akzeptieren die Familiengerichte den Antrag im Hinblick auf den baldigen Eintritt der Scheidungsvoraussetzungen.

Was ist eine streitige Scheidung?

Wenn ein Ehepartner nicht geschieden werden möchte, kann der andere versuchen, die Zerrüttung der Ehe nachzuweisen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn der Ehegatte Alkoholprobleme hat, bereits in einer anderen Partnerschaft lebt, notorisch fremdgeht oder es in der Ehe zu schweren Misshandlungen gekommen ist. Kann das Gericht nicht von einer Zerrüttung überzeugt werden, darf die Ehe erst nach einer dreijährigen Trennungszeit geschieden werden.

Wo muss der Antrag gestellt werden?

Zuständig für Ehescheidungen sind die Familiengerichte bei den Amtsgerichten. Wenn die Eheleute keine Kinder haben oder die Kinder bereits volljährig sind, richtet sich die örtliche Zuständigkeit nach dem letzten gemeinsamen Wohnsitz, sofern noch einer der Partner in dem Bezirk wohnt. Lebt keiner der Partner mehr am bisherigen Wohnort, ist das Gericht am neuen Wohnsitz des Antragsgegners zuständig. Wenn minderjährige Kinder vorhanden sind, richtet sich die Zuständigkeit nach dem Aufenthalt desjenigen Ehegatten, bei dem die Kinder leben.
Im Scheidungsverfahren besteht Anwaltszwang, mindestens ein Ehegatte muss sich anwaltlich vertreten lassen. Um Fehler während der Trennungszeit zu vermeiden, durch die Sie Ansprüche verschenken könnten, sollten Sie sich schon direkt nach der Trennung an einen erfahrenen Rechtsanwalt für Familienrecht wenden.

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