Was fällt unter Familienrecht?

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Das Familienrecht ist hauptsächlich im vierten Buch des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelt. Es befasst sich mit der Ehe und den rechtlichen Beziehungen zwischen Eltern, Kindern und weiteren Verwandten.

Zu den Schwerpunkten in der Rechtspraxis gehören die Voraussetzungen und Folgen von Ehe, Lebenspartnerschaft und Scheidung sowie Streitigkeiten über Ehegattenunterhalt, Sorgerecht, Umgangsrecht, Vaterschaft und Kindesunterhalt.

Ehe- und Lebenspartnerschaftsrecht

Im deutschen Eherecht finden sich Vorschriften über die Eheschließung und die rechtlichen Konsequenzen der Heirat. Danach können nur Personen die Ehe eingehen, die volljährig und nicht anderweitig verheiratet sind. Für die Dauer der Ehe regelt das Gesetz den Güterstand: Wenn die Eheleute keine abweichende Vereinbarung treffen, gilt die Zugewinngemeinschaft. Außerdem enthält das Eherecht Vorgaben zur Namensführung, zu gegenseitigen Unterhaltsansprüchen und zu den Voraussetzungen und Folgen einer Scheidung. Eingetragene Lebenspartnerschaften sind grundsätzlich den Ehen gleichgestellt, für sie gelten die Spezialregelungen des Lebenspartnerschaftsgesetzes.

Kindschaftsrecht

Die gegenseitigen Rechtsbeziehungen zwischen Eltern und leiblichen Kindern oder Adoptivkindern bestimmt das sogenannte Kindschaftsrecht. Dazu gehören zum Beispiel die elterliche Sorge, Unterhaltsansprüche des Kindes und das Namensrecht. Praktisch relevant ist auch das Recht des Kindes und beider Eltern zum Umgang miteinander, das unabhängig vom Sorgerecht existiert und einem Elternteil nur in seltenen Ausnahmefällen verwehrt werden darf. Für Alleinerziehende sieht das Gesetz einen Anspruch auf Beistandschaft des Jugendamtes vor. Die Behörde soll bei der Feststellung der Vaterschaft und der Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen behilflich sein.

Adoption, Vormundschaft und Pflegschaft

Einige spezielle Rechtsinstitute regeln die Einzelheiten der rechtlichen Vertretung anderer als der leiblichen Kinder, zum Beispiel die Vormundschaft, die Adoption und die Pflegschaft. Während bei der Adoption alle Wirkungen der Elternschaft (inklusive Unterhaltspflichten) auf die Adoptiveltern übergehen, ersetzt die Vormundschaft für ein minderjähriges Kind nur die elterliche Sorge vollständig. Bei einer Pflegschaft übernehmen die Pflegeeltern zumeist nur die Teilbereiche der elterlichen Sorge, die den leiblichen Eltern entzogen wurden.

Verfahren in Familiensachen

Für Verfahren vor den Familiengerichten gilt das FamFG, ein Sondergesetz für Familiensachen und Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Dieses Gesetz zielt vor allem auf schnelle und interessengerechte Lösungen sowie den Schutz Minderjähriger ab. So gibt es die Möglichkeit, auch ohne ein Hauptsacheverfahren einstweiligen Rechtsschutz zu beantragen, um eine schnelle Entscheidung über Sorge- oder Umgangsrecht zu erhalten. Damit die Interessen Minderjähriger gewahrt werden, ist für sie ein Verfahrensbeistand vorgesehen.
Mit den vielen Besonderheiten des familienrechtlichen Verfahrens kennen sich spezialisierte Rechtsanwälte am besten aus. Auch vor den Familiengerichten können einkommensschwache Beteiligte Verfahrenskostenhilfe bekommen. Zögern Sie nicht, bei allen Problemen aus dem Familienrecht anwaltliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

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