In Deutschland gilt das Zerrüttungsprinzip: Wenn Eheleute mindestens ein Jahr voneinander getrennt leben und beide die Ehe nicht fortsetzen möchten, wird das Scheitern der Ehe unwiderleglich vermutet. Falls ein Partner jedoch an der Ehe festhält, muss der andere bis zu drei Jahren warten. In Extremfällen kann eine Ehe auch schon vor Ablauf eines Jahres geschieden werden, wenn ein Ehegatte den anderen etwa schwer misshandelt oder die Geliebte oder den Geliebten mit in der ehelichen Wohnung aufnimmt. Unsere Rechtsanwälte von der WKR Rechtsanwaltsgesellschaft mbH begleiten Sie auf Wunsch durch alle Stadien des Scheidungsverfahrens und beraten Sie über alle wichtigen vermögensrechtlichen Folgen.

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Wie läuft das Scheidungsverfahren ab?

Einige Zeit vor Ablauf des Trennungsjahres kann der Scheidungsantrag beim örtlich zuständigen Familiengericht gestellt werden. Denn die Kontenklärung für den Versorgungsausgleich nimmt stets einige Wochen in Anspruch, sodass der Anhörungstermin erst nach Ablauf des Trennungsjahres anberaumt wird. Im Scheidungsverfahren muss mindestens eine Partei anwaltlich vertreten sein. Dass eine Scheidung heute mit einem gemeinsamen Anwalt möglich sei, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Bei einvernehmlichen Scheidungen ohne jegliche Streitpunkte reicht es vielmehr, wenn ein Ehegatte sich anwaltlich vertreten lässt. Der Rechtsanwalt darf wegen einer drohenden Interessenkollision jedoch nicht beide Parteien im Verfahren vertreten. Im Anhörungstermin fragt der Richter den bereits schriftlich vorgetragenen Sachverhalt zu Trennungszeitraum und Scheidungswunsch noch einmal ab und verkündet im unstreitigen Verfahren sodann den Scheidungsbeschluss.

Welche Folgesachen können im Verbund verhandelt werden?

Häufig werden Anträge zu Folgesachen gleichzeitig mit dem Scheidungsantrag gestellt, das sind meistens Zugewinnausgleich, nachehelicher Unterhalt und Sorgerecht. Wenn diese bis zu zwei Wochen vor der mündlichen Verhandlung anhängig gemacht wurden, können sie noch mit verhandelt werden. Gehen die Anträge erst später ein, muss in einem gesonderten Verfahren über sie entschieden werden. Der Versorgungsausgleich wird immer zusammen mit der Scheidung durchgeführt, denn das Gericht muss von Amts wegen die Rentenanwartschaften der Parteien aufteilen, bevor es die Scheidung aussprechen darf. Aus Kostengründen empfiehlt es sich grundsätzlich, alle zu regelnden Angelegenheiten in einem Verbundverfahren zu erledigen. Insbesondere, wenn nachehelicher Unterhalt beantragt wird, muss im Hinblick auf eine sonst entstehende Versorgungslücke sofort darüber entschieden werden. Denn mit der Rechtskraft der Scheidung endet der bisherige Anspruch auf Trennungsunterhalt.

Wie kann ein Ehevertrag helfen?

Wer noch während der guten Zeiten einen Ehevertrag abschließt, kann sich die vermögensrechtlichen Streitigkeiten bei der Scheidung ersparen. Außerdem ist das gesetzliche Modell der Zugewinngemeinschaft auf junge Paare zugeschnitten, die ein Leben mit Kindern planen. Für Ehegatten im fortgeschrittenen Alter oder Partner mit sehr unterschiedlichen Einkommens- und Vermögensverhältnissen ist die Gütertrennung meistens vorteilhafter. Wenn im Ehevertrag auch der nacheheliche Unterhalt ausgeschlossen wird, fallen alle finanziellen Streitpunkte weg. Wer eine solche Vereinbarung spätestens zu Beginn der Trennung aufsetzt, kann außerdem verhindern, dass sich Vermögensverschiebungen ab diesem Zeitpunkt noch auf den Zugewinn auswirken.
Auch bei einer einvernehmlichen Scheidung sollten Sie sich so früh wie möglich anwaltlich beraten lassen. Ein erfahrener Rechtsanwalt wird Ihnen dabei helfen, alle Ihre Ansprüche und die Ihrer Kinder lückenlos geltend zu machen.